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Über die Irrungen und Wirrungen beim Schreiben - Schreib- und Bücherblog
von Ivy S. Ripley und Marc Pole

Zum Entstehen von phantastischen Romanen und Kurzgeschichten


23/09/2012

Rezension zu "Das Schicksal der Paladine - Verschollen" von Jörg Benne

Ein Interview mit dem Autor Jörg Benne findet ihr hier      

Rezension zu dem Roman "Das Schicksal der Paladine - Verschollen (Band 1) von Jörg Benne:

Zuerst einmal der Klappentext:

Der junge Tristan muss durch ein Weltentor von der Erde in die fremde Welt Nuareth aufbrechen, um seinen Vater zu finden. Der wacht dort als Paladin über Recht und Ordnung, ist aber mit seinen Gefährten seit einiger Zeit spurlos verschwunden. Die Zeit drängt, denn Tristans Schwester liegt nach einem Unfall im Koma. Nur ein erfahrener Paladin kann sie vielleicht noch retten. 
Eine fantastische Welt voller Abenteuer, fremder Kreaturen und unbekannter Gefahren erwartet den Jungen auf seiner Suche.
 




Das Cover von 
'Das Schicksal der Paladine - Verschollen' (Band 1)
gefällt mir gut. 
Wir sehen wie eine Gestalt
(wenn auch sehr undeutlich dargestellt) 
mit einer Leuchtkugel, demnach wohl ein Paladin, 
in eine Höhle oder einen Tunnel  vordringt ...
das Cover macht neugierig 
und es nimmt Bezug zu der Geschichte  - 
 so soll es sein. 
Daher fünf von
sechs möglichen Punkten der Poleschen Skala



Zum Inhalt:
Gleich vorweg, ich möchte euch nicht die Neugierde verderben, in dem ich zuviel von der Geschichte verrate. Meiner Meinung nach ist der Klappentext so gut gewählt, dass er dem Leser das Wichtigste mitteilt. Eine Inhaltsangabe - meines Erachtens auch nicht die Aufgabe einer Rezension - werde ich hier nicht veröffentlichen, dies würde die Spannung von Tristans Erlebnissen nehmen.

Ich möchte euch an dieser Stelle erzählen, was mir an der Geschichte gefällt und was nicht.

Beginnen wir mit dem Magiesystem - immer ein spannender Faktor in einem Fantasy-Buch:   
meines Wissens ist dies ein völlig neuartiges Magiesystem, zumindest habe ich noch von keinem vergleichbaren gelesen (falls dies nicht der Fall sein sollte, lasse ich mich gern eines besseren belehren - die Kommentare stehen zu eurer Verfügung ;)
Erst auf Nuareth erlebt Tristan, ein Junge von 16 Jahren, eine Veränderung, welche seine magischen Fähigkeiten zutage treten lassen und muss lernen, diese zu meistern. 

Neben altbekannten Kreaturen wie Ogern, Wolfsmenschen und Drachen lernen wir auf Nuareth neue, andersartige Wesen kennen, wie zum Beispiel die Vanamiri und ihre Del-Sari, Nobos und weitere Geschöpfe.
Jörg Benne führt uns mit Tristan in eine andere Welt, die teilweise Ähnlichkeiten zur Erde aufweist, doch mit einigen Überraschungen aufwartet.

Besonders gefallen an diesem Band hat mir die Darstellung des jungen, werdenden Paladin. Tristan ist nicht der geborene Held oder Krieger, der von Geburt an alle notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzt. Sondern der Leser darf miterleben und erfahren, dass Tristan nicht nur zuhause auf der Erde, sondern auch in Nuareth erst einmal seinen Platz bei den Paladinen finden und sich beweisen muss. Er muss anfangs noch viel lernen, unter anderem auch, wie man mit einem Schwert umgeht, Erfahrungen sammeln und in seine Rolle als Paladin erst hineinwachsen. Seine Fähigkeiten als Paladin sind somit auch eine Folge von Unterricht, Üben und Training und nicht einfach 'schwupps' auf einmal da, was mir persönlich bei einigen der vielen amerikanischen Superhelden immer unangenehm aufstößt. 
Tristan braucht zu Anfang Hilfe, er darf sie suchen und erhält sie auch. 

Ebenso erfahren wir, dass der Junge auch auf der Erde mit so manchen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte sowie von den Problemen zwischen seinen Eltern und in der Vater-Sohn-Beziehung. 

Tristan wird sich in Nuareth verlieben... und wir erfahren, wie er damit umgeht.  
Besonders gefallen hat mir ebenfalls, dass die männlichen Figuren und insbesondere Tristan in diesem Buch Gefühle und auch ihre Befürchtungen und Ängste zeigen dürfen (auch wenn ihnen dies meist unangenehm ist). Endlich mal ein Buch, in dem nicht wie so oft die Version "Ein Indianer kennt keinen Schmerz" gepredigt wird. Das sogenannte starke Geschlecht darf ebenso zittern, sich fürchten und sogar mal Tränen verlieren wie die weiblichen Figuren. Tristan darf Schwäche zeigen und damit menschlich sein.   


Die Sprache Jörg Bennes überzeugt, das Buch lässt sich gut lesen, wie es bei einem All Ager sein sollte. Doch erfreulicherweise ist das Sprachniveau nicht so einfach gehalten wie bei einem Kinder/Jugendbuch, es sind genügend Anforderungen vorhanden. 
Von Schreibstil und Inhalt her empfehle ich das Buch ab (ca.) 12/13 Jahren. 

Eine gelungene Mischung aus Fantasy und Abenteuer, daher: 





Fünf von sechs möglichen Punkten der Poleschen Skala

Einen Punkt Abzug für diesen Band, da mir persönlich das Geschlechterverhältnis nicht ausgewogen erscheint.
Frauen kommen in diesem Buch mehr am Rande vor, die wichtigen Schlüsselpositionen, egal bei welchem Volk oder Kreaturen, sind meist von männlichen Wesen besetzt.

Für die Folgebände wünsche ich mir persönlich mehr und insbesondere mehr starke Frauenfiguren - zumal der Roman meines Erachtens kein Spiegel einer mitteralterlichen Gesellschaft sein soll, sondern oft und deutlich Bezug zu unserer heutigen Gesellschaft (Europas) in unserem Jahrhundert nimmt. 


P.S.: mein Exemplar hatte ich direkt beim Verlag bestellt und nach nur wenigen Tagen im Briefkasten gehabt. All diejenigen, die dieses Buch erwerben möchten, empfehle ich sich direkt an den Koios Verlag zu wenden oder an ihre Buchhandlung des Vertrauens, sollten die großen Anbieter im Internet es bis dahin immer noch nicht freigeschaltet haben.



2 comments:

  1. TGameR9/28/2012

    Finde es gut, wenn in Kritiken aller Art nur so wenig wie möglich verraten wird. Die angesprochenen Punkte bleiben in diesem Fall überschaubar und werden dennoch informativ genug behandelt. Jedenfalls macht die Rezension auf jeden Fall Lust auf mehr. :) Der negative Aspekt ist für mich persönlich jedoch recht relevant, da ich dann vermutlich an der ein oder anderen Stelle den Spannungsbogen vermissen werde - vllt. kommt es aber auch ganz anders. ;)

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  2. Ich wünsche dir viel Spaß und Spannung beim Lesen, TGameR !

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