und andere phantastische Geschichten:

Klassische Fantasy, Urban und Dark - zuweilen mit einem Spritzer Horror oder Mystery

Über die Irrungen und Wirrungen beim Schreiben - Schreib- und Bücherblog
von Ivy S. Ripley und Marc Pole

Zum Entstehen von phantastischen Romanen und Kurzgeschichten


23/09/2012

Rezension zu "Das Schicksal der Paladine - Verschollen" von Jörg Benne

Ein Interview mit dem Autor Jörg Benne findet ihr hier      

Rezension zu dem Roman "Das Schicksal der Paladine - Verschollen (Band 1) von Jörg Benne:

Zuerst einmal der Klappentext:

Der junge Tristan muss durch ein Weltentor von der Erde in die fremde Welt Nuareth aufbrechen, um seinen Vater zu finden. Der wacht dort als Paladin über Recht und Ordnung, ist aber mit seinen Gefährten seit einiger Zeit spurlos verschwunden. Die Zeit drängt, denn Tristans Schwester liegt nach einem Unfall im Koma. Nur ein erfahrener Paladin kann sie vielleicht noch retten. 
Eine fantastische Welt voller Abenteuer, fremder Kreaturen und unbekannter Gefahren erwartet den Jungen auf seiner Suche.
 




Das Cover von 
'Das Schicksal der Paladine - Verschollen' (Band 1)
gefällt mir gut. 
Wir sehen wie eine Gestalt
(wenn auch sehr undeutlich dargestellt) 
mit einer Leuchtkugel, demnach wohl ein Paladin, 
in eine Höhle oder einen Tunnel  vordringt ...
das Cover macht neugierig 
und es nimmt Bezug zu der Geschichte  - 
 so soll es sein. 
Daher fünf von
sechs möglichen Punkten der Poleschen Skala



Zum Inhalt:
Gleich vorweg, ich möchte euch nicht die Neugierde verderben, in dem ich zuviel von der Geschichte verrate. Meiner Meinung nach ist der Klappentext so gut gewählt, dass er dem Leser das Wichtigste mitteilt. Eine Inhaltsangabe - meines Erachtens auch nicht die Aufgabe einer Rezension - werde ich hier nicht veröffentlichen, dies würde die Spannung von Tristans Erlebnissen nehmen.

Ich möchte euch an dieser Stelle erzählen, was mir an der Geschichte gefällt und was nicht.

Beginnen wir mit dem Magiesystem - immer ein spannender Faktor in einem Fantasy-Buch:   
meines Wissens ist dies ein völlig neuartiges Magiesystem, zumindest habe ich noch von keinem vergleichbaren gelesen (falls dies nicht der Fall sein sollte, lasse ich mich gern eines besseren belehren - die Kommentare stehen zu eurer Verfügung ;)
Erst auf Nuareth erlebt Tristan, ein Junge von 16 Jahren, eine Veränderung, welche seine magischen Fähigkeiten zutage treten lassen und muss lernen, diese zu meistern. 

Neben altbekannten Kreaturen wie Ogern, Wolfsmenschen und Drachen lernen wir auf Nuareth neue, andersartige Wesen kennen, wie zum Beispiel die Vanamiri und ihre Del-Sari, Nobos und weitere Geschöpfe.
Jörg Benne führt uns mit Tristan in eine andere Welt, die teilweise Ähnlichkeiten zur Erde aufweist, doch mit einigen Überraschungen aufwartet.

Besonders gefallen an diesem Band hat mir die Darstellung des jungen, werdenden Paladin. Tristan ist nicht der geborene Held oder Krieger, der von Geburt an alle notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzt. Sondern der Leser darf miterleben und erfahren, dass Tristan nicht nur zuhause auf der Erde, sondern auch in Nuareth erst einmal seinen Platz bei den Paladinen finden und sich beweisen muss. Er muss anfangs noch viel lernen, unter anderem auch, wie man mit einem Schwert umgeht, Erfahrungen sammeln und in seine Rolle als Paladin erst hineinwachsen. Seine Fähigkeiten als Paladin sind somit auch eine Folge von Unterricht, Üben und Training und nicht einfach 'schwupps' auf einmal da, was mir persönlich bei einigen der vielen amerikanischen Superhelden immer unangenehm aufstößt. 
Tristan braucht zu Anfang Hilfe, er darf sie suchen und erhält sie auch. 

Ebenso erfahren wir, dass der Junge auch auf der Erde mit so manchen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte sowie von den Problemen zwischen seinen Eltern und in der Vater-Sohn-Beziehung. 

Tristan wird sich in Nuareth verlieben... und wir erfahren, wie er damit umgeht.  
Besonders gefallen hat mir ebenfalls, dass die männlichen Figuren und insbesondere Tristan in diesem Buch Gefühle und auch ihre Befürchtungen und Ängste zeigen dürfen (auch wenn ihnen dies meist unangenehm ist). Endlich mal ein Buch, in dem nicht wie so oft die Version "Ein Indianer kennt keinen Schmerz" gepredigt wird. Das sogenannte starke Geschlecht darf ebenso zittern, sich fürchten und sogar mal Tränen verlieren wie die weiblichen Figuren. Tristan darf Schwäche zeigen und damit menschlich sein.   


Die Sprache Jörg Bennes überzeugt, das Buch lässt sich gut lesen, wie es bei einem All Ager sein sollte. Doch erfreulicherweise ist das Sprachniveau nicht so einfach gehalten wie bei einem Kinder/Jugendbuch, es sind genügend Anforderungen vorhanden. 
Von Schreibstil und Inhalt her empfehle ich das Buch ab (ca.) 12/13 Jahren. 

Eine gelungene Mischung aus Fantasy und Abenteuer, daher: 





Fünf von sechs möglichen Punkten der Poleschen Skala

Einen Punkt Abzug für diesen Band, da mir persönlich das Geschlechterverhältnis nicht ausgewogen erscheint.
Frauen kommen in diesem Buch mehr am Rande vor, die wichtigen Schlüsselpositionen, egal bei welchem Volk oder Kreaturen, sind meist von männlichen Wesen besetzt.

Für die Folgebände wünsche ich mir persönlich mehr und insbesondere mehr starke Frauenfiguren - zumal der Roman meines Erachtens kein Spiegel einer mitteralterlichen Gesellschaft sein soll, sondern oft und deutlich Bezug zu unserer heutigen Gesellschaft (Europas) in unserem Jahrhundert nimmt. 


P.S.: mein Exemplar hatte ich direkt beim Verlag bestellt und nach nur wenigen Tagen im Briefkasten gehabt. All diejenigen, die dieses Buch erwerben möchten, empfehle ich sich direkt an den Koios Verlag zu wenden oder an ihre Buchhandlung des Vertrauens, sollten die großen Anbieter im Internet es bis dahin immer noch nicht freigeschaltet haben.



20/09/2012

Glühen

Eine meiner Kurzgeschichten soll in Bälde veröffentlicht werden - im Dezember.
Zu gegebener Zeit - voraussichtlich Mitte/ Ende November - kann ich euch hoffentlich mehr erzählen.
So glühe ich hier erst einmal in stiller Vorfreude vor mich hin ...

Zu 'Baljan' kann ich leider noch nichts Neues berichten.
Sobald wir Bescheid erhalten, auch dazu mehr - wie immer hier auf diesem Blog.

Und vergesst nicht: bitte weiterhin alle zur Verfügung stehenden Daumen drücken !

Danke euch! Und auch an dieser Stelle noch einmal ein Riesendankeschön an meine edlen Ritter, ich meine Betaleser und Testhörer!
Cheers!  




19/09/2012

Rezension zu 'Der letzte Wunsch' von Andrzej Sapkowski

Der Band 'Der letzte Wunsch' war mein erster Kontakt mit den Figuren und Geschichten von Andrzej Sapkowski und wäre wohl nicht zustande gekommen, wenn ich dieses Buch nicht geschenkt bekommen hätte.

Denn zu dem Cover der Ausgabe von 2012 aus dem Lingen Verlag muss ich sagen: da hättet ihr euch ruhig etwas mehr Mühe geben können, auch wenn Andrzej Sapkowski bereits ein etablierter Autor ist. Bei diesem Cover wäre ich an dem Buch vorbei gelaufen (Foto siehe etwas weiter unten).

Der Schenkende  hat mich auch nicht vom Schreiben abhalten wollen, sondern meinte, da in diesem Band sieben voneinander unabhängige Kurzgeschichten von Andrzej Sapkowski vorgestellt werden, welche nur locker durch eine gemeinsame Rahmenhandlung verbunden sind, eigne sich das Buch gut zum Lesen zwischendurch.

Hm, so dachte ich auch anfangs. Doch nachdem ich dann mal mit dem Lesen angefangen hatte, konnte ich es nicht mehr weglegen und bin in zwei Tagen durch die Geschichten durchgerauscht ... und habe mich dabei köstlich amüsiert.

Doch hier nun erst einmal der Klappentext:
Der Hexer Geralt von Riva ist ein professioneller Monsterjäger, der rastlos durch die Lande zieht. Gegen Bezahlung nimmt er den Kampf gegen Ungeheuer aller Art auf: Drachen, Vampire und andere dämonische Wesen. Die Menschen fürchten den Hexer und seine übernatürlichen Fähigkeiten - immer wieder gerät er in Konflikte, auch wenn die Menschen seine Hilfe brauchen. Als er eines Tages einen Luftgeist befreit, belegt dieser ihn jedoch mit der quälenden Liebe zur schönen Zauberin Yennefer ...
 





Das Cover gefällt
mir persönlich nicht so sehr,  zu unauffällig,
kein Hingucker und hat mit dem Inhalt m. E. rein gar nichts zu tun.
Meiner Meinung nach hätte sich der Verlag damit
mehr Mühe geben können.
Daher leider nur drei Punkte von sechs möglichen Punkten der Poleschen Skala


Zum Inhalt:
Im 'letzten Wunsch' werden sieben voneinander unabhängige Kurzgeschichten, nur locker von einer Rahmenhandlung und in Form von Erinnerungen des Hexers dargestellt - eignet sich zum Lesen zwischendurch (es sei denn, man kann wie ich, das Buch dann nicht mehr aus den Händen legen ;)

Wir lernen den Hexer selbst und seine Freunde und Helfer sowie Feinde besser kennen, Motive, Sehnsüchte wie Gelüste der einzelnen Charaktere.
Dabei erfährt der Leser mit jeder Geschichte mehr über die Welt, in der der Hexer sich durchschlagen muss, u.a., dass der Mensch sich im Laufe der Jahre immer mehr ausbreitet mit seinen Städten und Siedlungen und die Märchengestalten und Fabelwesen dabei Stück für Stück verdrängt.



Von den Charakteren möchte ich an dieser Stelle nur etwas auf den Hexer selbst eingehen und die anderen Figuren unerwähnt lassen, um dem Leser nicht die Entdeckungsfreude und so manche Überraschung zu nehmen. 

Geralt von Riva wurde als Kind seinen Eltern genommen und zum Hexer herangezogen. Seine Ausbilder, überaus bewandert im Bereich der Alchemie,  verabreichten ihm unter anderem diverse Tränke, um gewisse Mutationen und die Erlangung übermenschlicher Kräfte - nötig für seine zukünftige Arbeit als Hexer und Monsterjäger - einzuleiten. Diese Tränke sind auch die Ursache des ungewöhnlich weißen Haares von Geralt. 
Am Ende seiner Ausbildung nicht nur ein Meister der Magie und Alchemie, sondern auch der Schwertkunst, wandert Geralt durch die Lande auf der Suche nach Ungeheuern und Arbeit. 

Erfreulicherweise ist der Hexer trotz seiner Ausbildung und seines Berufes nicht zu einer willenlosen Tötungsmaschine voller Gleichgültigkeit verkommen, sondern menschlich geblieben, voller (zum Teil versteckter) Emotionen, der stets aufs Neue mit seinem Gewissen und seinen Prinzipien kämpft.

Auf seinen Wanderungen bekommt er immer wieder das Misstrauen und den Hass seiner Mitmenschen zu spüren, die ihm, dem Außenseiter, nicht über den Weg trauen. Auf der Suche nach Arbeit, mittels derer er den Menschen helfen möchte, stößt er jedoch immer wieder auf Korruption, Intrigen und Fremdenfeindlichkeit bis hin zum Rassismus. Trotz all der Miss- und Widerstände, denen er begegnet, bemüht er sich, seinem Ehrencodex und seinen eigenen moralischen Ansprüchen treu zu bleiben.    

Ebenso erfährt der Leser von seiner unerwiderten Liebe zu der Zauberin Yennefer, die sein weiteres Leben entscheidend beeinflusst. 

Jede der Figuren von Andrzej Sapkowski hat ihre eigenen Schwächen und Stärken, Sehnsüchte, Abhängigkeiten und Macken. Niemand entgeht den Höhen und Tiefen des Lebens. 


Der Schreibstil ist flüssig, leicht zu lesen und hält den Leser nicht mit verkünstelten Wortspielen oder ewig langen Schachtelsätzen auf. Das Erzähltempo ist sehr schnell, so dass man schon darauf achten muss, nicht aus Versehen eine interessante der nicht wenigen subtilen Anspielungen zu verpassen.  

Übersetzt wurde dieser Band aus dem polnischen von Erik Simon, der dafür sorgte, dass auch in der deutschen Sprache der Humor des Autors nicht verloren geht.
Und der Humor ist, abgesehen von den nachdenklichen Tönen, das Beste an den Geschichten von Andrzej Sapkowski. Knochentrocken bis düster, mal mitten ins Gesicht, doch oft subtil.
Ebenso sind die vielen Anspielungen oder Umschreibungen der Grimmschen Märchen einfach köstlich sowie die herrlichen Dialoge, die von trockenem Witz und unterschwelligen Anspielungen nur so spritzen.
Mitreißend und unwiderstehlich. 

Fazit:
Auf den ersten Blick mag dieser Band alle möglichen Fantasyklischees wiederholen, doch wer genauer hinschaut und auch zwischen den Zeilen zu lesen vermag, wird freudig überrascht, auch von der Tiefe, die die Geschichten, die Welt und Charaktere Sapkowskis durchdringt.

Eine gelungene Mischung aus spannenden Abenteuern, gewürzt mit trockenem bis düsterem Humor, ausgereiften Charakteren, ungewöhnlichen Wendungen und einer düsteren, doch wohl genau deshalb so realistisch wirkenden Fantasy-Welt.
Hier gibt es kein einfaches, leicht zu konsumierendes schwarz - weiß, keine 'nur gut' - und 'nur böse' Figuren, sondern ein vielschichtiges Grau in Grau, was einen unweigerlich nachdenklich werden lässt.   

Das Wesen des Menschen an sich, seine Angst vor dem Fremden und Unbekannten und seine darauffolgende Reaktionen und Handlungen, bei schwachem Charakter nicht selten in Diskriminierung und Verfolgung des vermeintlich Bösen umschlagend, schimmert in den Geschichten um den Hexer Geralt immer wieder durch.
Was einen unwiederbringlich zu der alles durchdringenden Frage führt:
wer sind die wahren Ungeheuer in unserer Welt?

Sechs von sechs möglichen Punkten der Poleschen Skala

Und wer so seine Schwierigkeiten mit den ungewöhnlich anmutenden Namen der Monster in der Welt des aus Polen stammenden Autors hat, der könnte mal über den Tellerand seines eigenen Landes schauen und sich ein paar der Märchen, alten Mythen und Sagen der anderen Länder und Kulturen unserer Welt zu Gemüte führen und wird überrascht sein, wie viel einem dann wieder bekannt anmutet  ;) und manchmal hilft auch ein bisschen Phantasie.

Ich für meinen Teil würde jetzt am liebsten aufspringen, in eine Bibliothek oder Buchhandlung eilen und mir den nächsten Band um den Hexer Geralt von Riva besorgen und weiter schmöckern.
Doch ich muss jetzt weiter arbeiten, schreiben und korrigieren ...
aber 'danach'  ;)
  



15/09/2012

14 Fragen an Helen B. Kraft, Autorin des Romans 'Höllenjob für einen Dämon'

  
Mit großem Vergnügen möchte ich euch heute die Autorin Helen B. Kraft vorstellen. Ihr Roman "Höllenjob für einen Dämon" wird in Kürze im Machandel Verlag erscheinen. 
Das E-Mail Interview führte Ivy S.: 


  14 Fragen an Helen B. Kraft, Autorin des Romans „Höllenjob für einen Dämon"


1) Frau Kraft, in Kürze wird Ihr Roman „Höllenjob für einen Dämon“ im Machandel Verlag erscheinen. Wie fühlt sich das an?

HBK: Zunächst einmal vielen Dank für das Interview.
Und um Ihre Frage zu beantworten: Einfach großartig. Als ich den Roman rund um Shatan begann, war ich mir noch nicht genau sicher, wohin mich der Roman führen würde. Geplant war ein eher ernster Kontext, zumal die Geschichte viel mit Religion und Glauben zu tun hat. Als ich mich dann entschloss Shatan und seine Herrin Luzifer zu Lieblingsfeinden zu machen, wurde mir rasch klar, dass der Roman nur als Satire funktionieren kann. Deshalb fiel es mir auch nicht allzu schwer, ihn teilweise in der Hölle, auf der Erde zu unserer jetzigen Zeit und im Himmel spielen zu lassen. Der ursprüngliche Plot sah nämlich eine reine erdbezogene Handlung vor. 

2) Wie sind Sie zum Schreiben gekommen und wann haben Sie damit angefangen?

HBK: Eine altbekannte und immer wiederkehrende Frage, ich beantworte sie trotzdem gerne. Meine ältere Schwester hat mich zum Schreiben gebracht. Zunächst als mein Ghostwriter, damals war ich noch im Kindergarten und später als mein Sparringpartner, als ich selbst schreiben konnte. 

3) Warum Fantasy / Phantastik?

HBK: Auch dies verdanke ich meiner Schwester. Sie gab mir schon früh fantastische Werke zu lesen, die mich tief in ihren Bann zogen. Mir war von Anfang an klar, dass meine Romane etwas Märchenhaftes haben müssen, also kam nur Fantasy in Frage. 

4) Woran arbeiten Sie gerade / Was schreiben Sie als Nächstes?

HBK: Ich arbeite derzeit an dem zweiten Band einer voraussichtlich vierteiligen Reihe. Es ist wiederum ein Urban Romantasy und handelt von unmenschlichen Kreaturen, die unter uns in der Erde hausen, aus Feuer bestehen und den Menschen ihr Seelenfeuer rauben, um davon zu leben. Einige zum Schutz der Menschheit auf der Erde angesiedelte Krieger und mächtige Wesen aus der Welt Dhrada sollen "uns" gegen diese Bedrohung verteidigen. Tja, und wenn der Roman beendet ist, starte ich wohl mit Teil III der Reihe.
Genaueres dazu findet man aber auf meinem Blog http://lectura-magica.over-blog.de/ , auf dem ich regelmäßig über Fortschritte, Probleme oder andere schreibrelevante Informationen berichte. 

5) Sie arbeiten nicht hauptberuflich als Schriftstellerin, sondern sind zudem noch Sekretärin. Wie beeinflusst dies Ihre schriftstellerische Tätigkeit ?

HBK: Inhaltlich gar nicht. Als ich anfing, als Sekretärin zu arbeiten, hat sich mein Schreibton ein wenig meiner hauptberuflichen Arbeit angepasst und es hat lange gedauert, bis ich diesen typischen "Beamtenton" wieder ausgemerzt hatte. Mittlerweile hat er keinen Einfluss mehr auf meine Schreibarbeit. Anders dagegen ist der Zeitfaktor zu bewerten. Schreiben braucht Zeit, Ruhe und Muße. Oftmals überkommen mich die besten Ideen morgens unter der Dusche oder abends, wenn ich im Bett liege. Ich bin eigentlich ein Nachtschreiber, aber durch die beruflichen Verpflichtungen musste ich mich damit arrangieren, während der Zugfahrt zum Arbeitsplatz und in jeder sonstigen freien Minute zu schreiben. 

6) Was fasziniert Sie am Schreiben?

HBK: Zum einen ist es für mich eine Art des Stressabbaus. Es gibt nichts über einen nervigen Kollegen, den man in seinen Texten schön zu Mus verarbeiten kann. Aber mal ernsthaft: Schreiben gehört für mich dazu wie atmen, essen, schlafen. Es beeindruckt mich immer wieder, auf welche Ideen Autoren kommen können – nicht nur ich. Wenn es uns gelingt, einem Leser für ein paar Minuten das Gefühl zu geben, sich wohlzufühlen – oder konkreter ausgedrückt – so zu fühlen, wie ich mich damals als Kind oder auch heute noch fühle, dann haben wir Autoren unseren Job gut gemacht. Und das ist das Faszinierende daran. 

7) Welche Genre lesen Sie bevorzugt?

HBK: Neben Fantasy lese ich für mein Leben gerne Thriller. Aber da bin ich eher wählerisch. Weil ich meist schon am Anfang des Romanes weiß, wer der Täter ist, gibt es für mich nur eine Handvoll Autoren, die es schaffen, mich über mehrere hundert Seiten zu fesseln. 

8) Welches sind Ihre schriftstellerischen Vorbilder / Lieblingsautoren / Lieblingsbücher?

HBK: Ein Vorbild habe ich nicht – von meiner Schwester mal abgesehen. Aber Lieblingsautoren und Lieblingsbücher. Beim den Thrillern sind es die Romane von Jeffrey Deaver (Lincoln Rhyme-Reihe) und neuerdings auch von Cody McFadyen. Beim Fantasy gestehe ich, ein Changeling-Fan zu sein. Nalini Singh und ihre Gestaltwandler haben mich süchtig gemacht. Daneben faszinieren mich die Schattenwandler von Jacquelyn Frank (klaro, es sind sexy Dämonen), und die Krieger des Lichts von Pamela Palmer. Man sieht, Urban und Dark Fantasy sind so meine Richtung, wobei ich auch den klassischen Roman wie "Game of Thrones" nicht vor die Tür setzen würde. 

9) Haben Sie eine bestimmte Schreibroutine oder Schreibrituale?

HBK: Nein. Auch diese Frage wurde schon oft gestellt. Ich kann nur sagen, dass ich gerne Musik dabei höre, dann schreibe ich wie in Trance, wobei die Musik auch mit Text sein kann. Hauptsache, sie ist hart und schnell bei Kampfszenen und soft bei Liebesszenen. 

10) Sind Sie eher ein Bauchschreiber oder Planer?

HBK: Angefangen hab ich als Bauchschreiber, aber mittlerweile habe ich die Vorteile des Plottens für mich erkannt. Insbesondere bei Mehrteilern oder bei komplexen Werken wie einem kürzlich von mir fertig gestellten Mystery Thriller, bei denen viel recherchiert werden muss, habe ich mir angewöhnt, vorab eine Art Exposé zu erstellen, damit ich mich nicht ganz verzettele. Hin und wieder nimmt der Roman dann zwar doch eine von mir unerwartete Wendung, aber alles in allem halte ich mich an den Plot. 

11) Was machen Sie bei Schreibblockaden?

HBK: Ich glaube nicht, dass es ein Allheilmittel gegen Schreibblockaden gibt. In erster Linie sollte man Ruhe bewahren und sich zu nichts zwingen, machen worauf man Lust hat und wenn es nicht anders geht, auch mal das Schreiben sein lassen. Ich hatte vor einigen Jahren eine Pause von annähernd vier Jahren, in denen ich nicht schreiben konnte. Es war schrecklich, aber auch lehrreich. Ich weiß seit damals, dass ich mir Zeit lassen muss, wenn es mal hakt und nicht mit der Brechstange versuchen sollte, etwas zu schreiben. Das Ergebnis wären nur noch weiter Blockaden und schlechte Texte. Meist hilft eine dreiwöchige Abstinenz und dann startet man wieder voll durch. 

12) Wenn Ihr Buch verfilmt werden würde, welchen Regisseur würden Sie sich wünschen und welche Schauspieler sollten die Rolle von Shatan und Evangelina aus ihrem Roman „Höllenjob für einen Dämon“ übernehmen?

HBK: Zum Darsteller von Shatan hab ich ganz klare Vorstellungen. Oded Fehr ist das optische Vorbild für meinen sexy Dämon. Weil ich weiß, dass Oded schon in der einen oder anderen Komödie mitgespielt hat, wäre er für die Rolle perfekt. Für Evangelina gibt es kein optisches Vorbild, wobei ich mir durchaus Anne Hathaway für die Rolle vorstellen könnte, wobei sie dafür ein wenig an Gewicht zulegen müsste.
Die Frage nach dem Regisseur hat mir mehr Kopfzerbrechen bereitet. Gore Verbinski (Fluch der Karibik), Jason Reitman (Thank you for Smoking) oder Daniel Barnz (Beastly) würden mir sicher gefallen. Wobei ich Kevin Smith, der bei "Dogma" Regie führte, mit Absicht außen vor lasse, weil die Themen sich sehr ähnlich sind. 

13) Woher beziehen Sie Ihre Inspiration für Ihre Kurzgeschichten und Romane? Woher holen Sie Ideen für Ihre Charaktere?

HBK: Im Prinzip inspiriert mich alles. Die Ideen springen mich an, egal wann, wo oder was ich gerade mache. Die Idee zu "Höllenjob für einen Dämon" kam mir, als ich "Legion" von Scott Charles Stewart sah. Ich fand den Film so höllenschlecht, dass ich unbedingt etwas Besseres schreiben wollte – ob es gelungen ist, mag man bitte selbst beurteilen.
Manchmal ist es aber auch ein Satz in einem Film, einem Buch oder den jemand im Zug fallen lässt, der es bei mir Klicken lässt.
Viele meiner Charaktere haben tatsächlich ein optisches Vorbild (siehe Shatan). In dem Roman, an dem ich gerade arbeite, ist dies beispielsweise Ray Stevens, den einige als Titus Pollo aus der Serie "Rom" kennen. Es fällt mir leichter, reale Gesichter mit meinen fiktiven Figuren in Einklang zu bringen. Und wenn ich dann Szene vorträume, ist es auch ganz praktisch, nicht irgendwen als Bild vor Augen zu haben. Uuups, da hab ich jetzt aber wohl ein bisschen viel verraten. 

14) Gibt es noch etwas, dass Sie den Lesern sagen möchten?

HBK: Außer Danke, dass Sie es geschafft haben, bis hierhin weiterzulesen? Ja. Ich bin ein Kritik-Junkie. Daher würde ich mich über jede Bemerkung freuen – egal ob positiv oder negativ – die man über "Höllenjob für einen Dämon" abgeben möchte. Ich will mich weiterentwickeln und das kann ich nur mit Hilfe meiner Leser.
Oh, und ehe ich das Interview jetzt beende, wollte ich noch kurz dalassen, dass vom 17. September 2012 bis zum 31. Oktober 2012 ein Gewinnspiel zum Roman ansteht. Mehr Infos dazu gibt es auf meinem Blog.

Ich danke für das Gespräch und wünsche Ihnen viel Erfolg! 
Ivy S. Riddle